Der Klima­wandel wartet nicht.

Die Politik verfehlt die Klimaziele 2020.

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WIE MACHT MAN AUF DEN KLIMAWANDEL AUFMERKSAM?

Spektakulär. Mit einem LNG Truck durchs politische Berlin.

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Seit Herbst 2016 richtet sich Zukunft ERDGAS mit der Kampagne „Der Klimawandel wartet nicht“ an Politik und Meinungsbildner. Kurz vor der ersten wichtigen Wegmarke – dem Jahr 2020 – wird deutlich: Deutschland verfehlt die Klimaziele. Statt der angestrebten 40 Prozent Einsparung gegenüber 1990 werden es wohl nur etwas über 30 Prozent.

Und das trotz Energiewende, trotz Ausbau der Erneuerbaren und trotz einer milliardenschweren Umverteilung. Doch die Erfolge der Energiewende werden an anderer Stelle wieder aufgefressen, weil die Politik an den entscheidenden Stellen klare Aussagen zu schwierigen Themen scheut. Weil sie zu oft in guten und schlechten Lösungen denkt, anstatt technologieoffen und marktwirtschaftlich den Weg zu suchen, der zu geringsten Kosten das meiste CO2 einsparen kann.

Und weil sie systematisch die immensen Potenziale ignoriert, die ERDGAS für eine erfolgreiche Energiewende bietet: Als effiziente Heizenergie, als dezentrale und hochmoderne Strom- und Wärmelösung, als Kraftstoff für PKW und LKW und natürlich auch als Energieträger für die Stromerzeugung in modernen Kraftwerken.

Die Kampagne richtet die Aufmerksamkeit auf das eine große Ziel: Den Klimaschutz. Und sie soll einen Einstieg in den Dialog bieten. ERDGAS hat spannende und naheliegende Lösungen zu bieten. Die Kampagne nutzt alle Instrumente der Medienarbeit, der Public Affairs und ist aufmerksamkeitsstark mit Plakaten und Anzeigen bei den Entscheidern präsent.

WIESO VERFEHLEN WIR DIE ZIELE TROTZ ENERGIEWENDE?

Schwachpunkt Stromerzeugung

Deutschland will die Energiewende. Milliarden werden dafür in Wind- und Sonnenkraft investiert. Aber retten wir damit das Klima? Erreichen wir die Klimaziele 2020? Nein! Die Erfolge des Ökostroms werden aufgefressen. Weil die Emissionen in der Stromerzeugung zu hoch sind. Weil im Straßenverkehr immer noch Fahrzeuge mit herkömmlichen Antrieb fahren. Und weil Gebäude nicht effektiv genug modernisiert werden. Um echte Fortschritte für das Klima zu erreichen, müssen alle politischen Maßnahmen konsequent auf ein einziges Ziel ausgerichtet werden: den Klimaschutz.


Bis 2020 sollen die Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent reduziert werden. Ein Blick auf die Bilanz zeigt: Es werden kaum mehr als 30 Prozent sein. Und selbst das ist kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis massiver Anstrengungen. Erschreckend: Die teuren Maßnahmen der Energiewende haben dazu wenig beigetragen. Denn die größten Fortschritte beim Emissionsabbau gelangen bereits in den 90er Jahren durch den Umbau der Industrie und Energiewirtschaft in den neuen Bundesländern. In den letzten Jahren findet keine nennenswerte Reduktion der CO2-Emissionen mehr statt. Deutschland befindet sich weit außerhalb des Zielkorridors. Lediglich die privaten Haushalte erreichen die angestrebte Zielmarke. Aber das ist kein Verdienst der Politik, sondern der verantwortungsbewussten Verbraucher in Deutschland.



Treibhausgas-Emissionen in Deutschland

Quelle: UBA, Nationales Treibhausgasinventar 2016, eigene Berechnungen


Was läuft schief?

Klimakiller Straßenverkehr. Die Fahrzeuge werden zwar effizienter, aber sie werden auch größer und vor allem werden es immer mehr. Die Emissionen heute entsprechen ziemlich genau den Emissionen von 1990. Fortschritt sieht anders aus.

Klimakiller Stromerzeugung. 29 Prozent unseres Stroms kommen heute aus regenerativen Quellen. Klingt nach einer Erfolgsgeschichte. Ist es aber nicht. Denn die Stromerzeugung läuft noch immer mehrheitlich über emissionsstarke Energieträger. Und das seit Jahren mit ungefähr gleichbleibendem Anteil.

Die ernüchternde Bilanz: Trotz des Ausbaus der erneuerbaren Energien sparen wir nur 20 Prozent an Emissionen gegenüber 1990 ein.

Ist die Energiewende gescheitert? Nein. Aber die Energiewende geht besser. Erneuerbare Energien allein können es nicht retten. Entscheidend ist, dass wir alle Sektoren einbeziehen und alle Maßnahmen konsequent am Klimaschutz und nicht an Interessen ausrichten. Nur dann wird aus der Energiewende eine erfolgreiche Klimawende.


Im Jahr 2000 wurde das EEG verabschiedet. Heute, 16 Jahre später, floriert die Braunkohlewirtschaft. Braunkohle zu verbrennen ist aber die dreckigste und klimaschädlichste Form der Stromerzeugung. Mehr noch: Um die schwankende Einspeisung von Ökostrom auszugleichen, sind sie zu unflexibel. Warum also der Braunkohle-Boom? Die ZDF zoom-Redaktion sucht nach Antworten.


 

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WARUM IGNORIERT DIE POLITIK DEN ERNST DER LAGE?

Die schmutzige Lüge von sauberer Energie

Deutschland sieht sich als Vorreiter beim Klimaschutz. Mit dem Klimaabkommen von Paris haben wir unseren Willen zu nachhaltigem Klimaschutz bekräftigt. Doch zwischen Worten und Taten klafft eine Lücke. Über die Ziele und Pläne für 2050 wird viel gesprochen. Die wichtigen und überfälligen Entscheidungen zu einem sauberen Energiemix werden vertagt. Klimaschutz verträgt kein Vertagen. Der Klimawandel wartet nicht.


Auf den ersten Blick sieht es gut aus: Windräder auf den Feldern, Solarzellen auf so vielen Dächern. Deutschland baut sich um, das ist offensichtlich. Doch wir müssen diese Erfolge realistisch einordnen: Kaum mehr als drei Prozent der verbrauchten Energie stammt heute tatsächlich aus Wind und Sonne. Solche Zahlen als saubere Energiewende zu verkaufen, kommt einer schmutzigen Lüge gleich.

Keine Frage, es ist gut, dass in der Politik viel über die ehrgeizigen Ziele für das Jahr 2050 diskutiert wird. Doch was hilft das, wenn wegweisende Entscheidungen vertagt werden? Auf morgen, übermorgen, nächsten Monat, nächstes Jahr? Wenn wir uns heute nicht auf den Weg machen, dann werden wir auch 2050 nicht dort ankommen, wo wir hinwollen und müssen. Wir müssen heute CO2 einsparen. 2050 ist es viel zu spät. Denn das CO2 wirkt jetzt in der Atmosphäre und es verschwindet auch nicht einfach wieder. Wenn wir nicht sofort handeln, kommt der Klimawandel viel schneller als die Energiewende.


 
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    Wir sind reich genug, uns Klimaschutz zu leisten – und sind zu arm, um auf Klimaschutz zu verzichten.Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, *2008
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    Klimaschutz muss in der kommenden Legislatur wieder eine stärkere politische Rolle spielen.Peter Altmaier, Chef des Bundeskanzleramtes und Bundesminister für besondere Aufgaben, *2013
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    Dieses Jahr wird als das wahrscheinlich wärmste seit Beginn der Messungen in die Geschichte eingehen – die Krise ist überdeutlich.Hans Joachim Schellnhuber, Direktor am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, *2015
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    Dass die Bundesregierung angesichts der bereits heute spürbaren Folgen der weltweiten Klimaveränderung die Augen vor den Erkenntnissen der Wissenschaft verschließt, ist fahrlässig. Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer Deutsche Umwelthilfe, *2016
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    Um das 1,5-Grad-Budget nicht zu überschreiten, müsste eine beispiellose Umbaugeschwindigkeit an den Tag gelegt werden.Dr. Gerrit Hansen, Referentin für Internationale Klimaschutzpolitik bei Germanwatch, *2016

Fakt ist:

Zusätzlich zum Ausbau der erneuerbaren Energien müssen deshalb auch alle anderen Potenziale genutzt werden, um schnell und kostengünstig die Emissionen zu reduzieren. Wenn wir so weitermachen, verfehlen wir alle Klimaziele. Das können wir uns nicht leisten.


Anteil der Energieträger am Energieverbrauch

Quelle: AGEB, 2015

 

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WAS MÜSSEN WIR JETZT TUN?

Klimaschutz braucht Innovation statt Ideologie

Deutschland gibt jedes Jahr rund 25 Milliarden Euro für die Energiewende aus. Rechnerisch zahlt jeder Haushalt damit jährlich mehr als 600 Euro für die Erneuerung der Energien. Leider ist das Geld nicht gut investiert. Klimaschutz braucht Innovationen statt Ideologien. Flexible Lösungen, die bezahlbar sind. Doch die Politik orientiert sich an festgelegten Pfaden. Damit werden wir weder das Klima retten, noch die Kostenexplosion eindämmen.



Die Kosten der Energiewende steigen und steigen. Deutschland hat mittlerweile die zweithöchsten Strompreise der Europäischen Union. Seit 2009 kletterte der Strompreis um 24 Prozent. Es spricht für die Menschen in Deutschland, dass sie diese Entwicklung mittragen im Glauben an einen effizienten Klimaschutz. Leider wirken sich diese Anstrengungen nicht nachhaltig auf die CO2-Bilanz aus. Viel Geld, wenig Wirkung so lässt sich die derzeitige Energiepolitik auf den Punkt bringen. Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderung, die die Energiewende mit sich bringt, gelingt aber nur mit den Menschen in Deutschland. Sie sind bereit, für Klimaschutz zu zahlen wenn sich auch wirklich etwas ändert.

Das Ziel: So viel Klimaschutz wie möglich für so geringe Kosten wie nötig. Für das Klima ist nicht entscheidend, wie die Emissionen reduziert werden. Für das Klima ist nur wichtig, dass Emissionen möglichst viel und möglichst schnell reduziert werden. Allein darauf kommt es an. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist ein Teil der Lösung. Aber eben nur ein kleiner Teil.


Jetzt handeln!

Riesige Potenziale bestehen beim Heizen und im Verkehr. Tatsächlich wurde auf den deutschen Straßen seit 1990 nicht ein Gramm CO2 eingespart. Eine klimafreundliche und effiziente Energiewende geht anders. Wir müssen unsere Stromerzeugung sauberer gestalten. Wir müssen Wind- und Sonnenenergie speicherbar und transportfähig machen. Wir müssen alternative Kraftstoffe für unsere Mobilität weiterdenken. Und: Wir müssen die Kosten im Rahmen halten. Sonst können wir die Energiewende bald nicht mehr bezahlen.


Global betrachtet stammt ein Viertel aller energiebedingten Emissionen aus dem Verkehrssektor. In Deutschland entsprechen die Emissionen heute ziemlich genau den Emissionen von 1990. Die Klimaziele können nicht ohne einen Wandel im Mobilitätsbereich erreicht werden. Achim Steiner, Vorsitzender des Rates der Agora Verkehrswende, zeigt auf, welche Schritte notwendig sind.


 

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